Energieberatung von A–Z

A

  • Anforderungsniveau (GEG)
    Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt Mindestanforderungen an die Energieeffizienz von Neu- und Bestandsbauten fest. Das Anforderungsniveau definiert, wie viel Primärenergie ein Gebäude maximal verbrauchen darf.
  • Außenwanddämmung
    Maßnahme zur Verbesserung der Energieeffizienz, bei der die Außenwände eines Gebäudes mit Dämmmaterial versehen werden, um Wärmeverluste zu reduzieren.


B

  • Baubegleitung (energetische)
    Die energetische Baubegleitung umfasst die fachkundige Überwachung und Kontrolle von Sanierungs- oder Neubaumaßnahmen durch einen zugelassenen Energieberater. Sie stellt sicher, dass alle energetischen Maßnahmen korrekt und förderfähig umgesetzt werden. Die Baubegleitung ist häufig Voraussetzung für KfW-Förderungen.

  • Bedarfsausweis
    Ein Energieausweis, der den theoretischen Energiebedarf eines Gebäudes auf Basis technischer Gebäudedaten (Dämmung, Heiztechnik, Baujahr etc.) berechnet – unabhängig vom tatsächlichen Nutzerverhalten. Pflicht u. a. bei Neubauten und älteren Bestandsgebäuden.

  • BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude)
    Zentrales Förderprogramm des Bundes für energetische Sanierungen und Neubauten. Umfasst Zuschüsse (BAFA) und zinsgünstige Kredite (KfW) für Einzelmaßnahmen sowie Gesamtsanierungen.


C

  • CO₂-Emissionen
    Kohlendioxidausstoß, der bei der Energiegewinnung und -nutzung entsteht. Im Energieausweis wird der CO₂-Ausstoß des Gebäudes ausgewiesen. Reduktion ist zentrales Ziel der Energiewende.


D

  • Dämmung
    Oberbegriff für Maßnahmen zur Wärmedämmung von Dach, Wand, Keller und Fenstern. Eine gute Dämmung senkt den Heizenergiebedarf und verbessert die Energieeffizienzklasse des Gebäudes.

  • Denkmalschutz & Energieeffizienz
    Für denkmalgeschützte Gebäude gelten besondere Anforderungen beim GEG. Ein erfahrener Energieberater kann Ausnahmen und Fördermöglichkeiten prüfen.

  • DIN V 18599
    Deutsche Norm zur Berechnung des Energiebedarfs von Nichtwohngebäuden. Grundlage für Energieausweise bei Gewerbe- und öffentlichen Gebäuden.


E

  • Effizienzhaus
    Gebäudestandard, der den maximalen Jahresprimärenergiebedarf im Vergleich zu einem Referenzgebäude definiert. Bekannte Stufen: Effizienzhaus 40, 55, 70, 85, 100. Je niedriger die Zahl, desto energieeffizienter das Gebäude.

  • Energieausweis
    Offizielles Dokument, das die Energieeffizienz eines Gebäudes bescheinigt. Seit 2014 bei Verkauf, Vermietung und Verpachtung von Gebäuden gesetzlich vorgeschrieben. Es gibt zwei Arten: Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis.

  • Energieeffizienzklasse
    Skala von A+ (sehr effizient) bis H (sehr ineffizient), die die Energieeffizienz eines Gebäudes auf dem Energieausweis zusammenfasst – ähnlich wie bei Haushaltsgeräten.

  • Energieeinsparverordnung (EnEV)
    Vorgänger des GEG. Seit November 2020 durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst. Regelte zuvor die energetischen Anforderungen an Gebäude.

  • Endenergiebedarf / Endenergieverbrauch
    Die Energiemenge, die tatsächlich in das Gebäude geliefert wird (z. B. Heizöl, Gas, Strom). Wird im Energieausweis in kWh/(m²·a) angegeben.

  • Energieberatung
    Individuelle Fachberatung durch einen zertifizierten Energieberater zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden. Umfasst Analyse, Sanierungsfahrplan und Fördermittelberatung. Gefördert durch BAFA.

  • Energiebilanz
    Gegenüberstellung von Energieverbrauch und -erzeugung eines Gebäudes. Grundlage für die Berechnung des Energieausweises.


F

  • Förderberatung
    Beratung zu staatlichen Zuschüssen und Krediten für energetische Sanierungen und Neubauten. Fördergeber sind u. a. KfW, BAFA und Landesförderbanken.

  • Förderfähige Maßnahmen
    Maßnahmen, die im Rahmen der BEG oder anderer Förderprogramme bezuschusst oder kreditiert werden können. Dazu zählen Dämmung, Heizungstausch, Fensteraustausch, Lüftungsanlagen und mehr.


G

  • GEG (Gebäudeenergiegesetz)
    Seit November 2020 geltendes Gesetz, das EnEV, EEWärmeG und EnEG zusammenführt. Regelt die energetischen Anforderungen an Neu- und Bestandsbauten in Deutschland – zuletzt 2024 um die Heizungspflicht (65 % erneuerbare Energien) ergänzt.

  • Geothermie
    Nutzung von Erdwärme zur Heizung und Warmwasserbereitung. Gilt als erneuerbare Energie und wird im Rahmen der Wärmepumpenförderung bezuschusst.


H

  • Heizlast
    Maximale Wärmeleistung, die ein Gebäude unter ungünstigsten Klimabedingungen benötigt. Grundlage für die richtige Auslegung der Heizungsanlage.


I

  • iSFP (individueller Sanierungsfahrplan)
    Staatlich gefördertes Beratungsprodukt, das einen auf das Gebäude zugeschnittenen, schrittweisen Sanierungsplan erstellt. Eigentümer erhalten zusätzlich 5 % Förderbonus bei der BEG, wenn sie nach iSFP-Empfehlungen sanieren.


K

  • KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)
    Staatliche Förderbank, die zinsgünstige Kredite und Zuschüsse für energetische Sanierungen und Neubauten vergibt. Programme der BEG werden über die KfW abgewickelt.

  • Klimaschutzprogramm
    Staatliche Initiative zur Reduktion von CO₂-Emissionen. Energetische Gebäudesanierung ist ein zentraler Baustein des deutschen Klimaschutzprogramms.


L

  • Lüftungsanlage (kontrollierte Wohnraumlüftung, KWL)
    System zur kontrollierten Be- und Entlüftung von Gebäuden mit Wärmerückgewinnung. Verhindert Schimmel und verbessert die Raumluftqualität – besonders in gut gedämmten Gebäuden wichtig.


N

  • Neubaustandard
    Energetische Anforderungen, die ein neu zu errichtendes Gebäude gemäß GEG erfüllen muss. Ab 2025 gilt in Deutschland der Effizienzhaus-55-Standard als Mindestanforderung.

  • Niedrigstenergiegebäude
    Gebäude mit sehr niedrigem Energiebedarf. Rechtliche Anforderung für alle neuen Gebäude in der EU gemäß EU-Gebäuderichtlinie (EPBD).


P

  • Photovoltaik (PV)
    Technologie zur Umwandlung von Sonnenenergie in elektrischen Strom. Kann mit Stromspeichern kombiniert werden und trägt zur Erfüllung der GEG-Anforderungen bei.

  • Primärenergiebedarf
    Gesamtenergiemenge inkl. Gewinnung, Umwandlung und Transport, die zur Versorgung eines Gebäudes benötigt wird. Zentraler Kennwert im Energieausweis (kWh/(m²·a)).


S

  • Sanierungsfahrplan→ Siehe iSFP 
    Stufenweiser Plan für die energetische Sanierung eines Gebäudes. Ermöglicht Eigentümern, Maßnahmen zeitlich und finanziell zu planen.

  • Solarthermie
    Nutzung der Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Gilt als erneuerbare Energie und ist förderfähig.


T

  • Transmissionswärmeverlust
    Wärmeverlust, der durch die Gebäudehülle (Wände, Dach, Fenster, Boden) nach außen entweicht. Wichtiger Kennwert in der Energieberechnung.


U

  • U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)
    Maß für die Wärmedämmqualität eines Bauteils (Wand, Dach, Fenster). Je kleiner der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung. Einheit: W/(m²·K).


V

  • Verbrauchsausweis
    Energieausweis, der auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der Bewohner der letzten drei Jahre basiert. Günstigere Alternative zum Bedarfsausweis, aber stark vom Nutzerverhalten abhängig.


W

  • Wärmebrücke
    Stelle in der Gebäudehülle, an der erhöhte Wärmeverluste auftreten (z. B. Balkonplatten, Fensterstürze). Führt zu Energieverlusten und kann Schimmelbildung begünstigen.

  • Wärmepumpe
    Heizanlage, die Umgebungsenergie (Luft, Erde, Wasser) in Heizwärme umwandelt. Gilt als klimafreundliche Alternative zu Gas- und Ölheizungen und wird staatlich gefördert.

  • Wärmeschutz
    Oberbegriff für alle Maßnahmen, die Wärmeverluste eines Gebäudes reduzieren (Dämmung, Fenster, Türen).


Z

  • Zweischalenmauerwerk
    Wandaufbau mit einem Luftspalt oder einer Dämmschicht zwischen zwei Mauerwerksschalen. Typisch für ältere Gebäude; Kerndämmung ist häufig eine sinnvolle Sanierungsmaßnahme.